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Coronavirus: Deutschland drängt auf Abbau sozialer Kontakte

Die Bundesregierung und die Bundesstaaten haben aufgehört, strengere COVID-19-Beschränkungen zu erlassen. Sie appellierten jedoch an die Menschen in Deutschland, soziale Kontakte einzuschränken.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Chefs der 16 Bundesstaaten haben sich nach einem Gipfel per Videokonferenz am Montag nicht auf neue Sperrmaßnahmen geeinigt.

Sie werden sich am kommenden Mittwoch erneut treffen, um konkrete Massnahmen zu besprechen.

 

Was hat Merkel gesagt?

Laut Merkel wollten die Ministerpräsidenten der Länder eine Verschärfung der Restriktionen nicht vor nächster Woche sehen.

Ich hätte mir vorstellen können, heute weitere Kontaktbeschränkungen zu verhängen, aber dafür gab es keine Mehrheit“, sagte sie

  • Sie sagte, die Entscheidungen der nächsten Woche sollten weiter gehen und für einen längeren Zeitraum gelten.
  • Die Schulen für den Frontalunterricht mit Masken offen zu halten, sei “eine wichtige politische Priorität“.
  • Sie appellierte an die Bürger, die Kontakte so gering wie möglich zu halten und private Partys zu vermeiden.
  • Der Abbau von Kontakten “ist das Erfolgsrezept“, fügte Merkel hinzu. “Wir müssen uns weiter einschränken, um unsere Ziele zu erreichen“.
  • Das Land sei “ein großer Schritt entfernt” von der angestrebten Infektionsrate von 50 pro 100.000 Einwohner, die die Gesundheitsbehörde des Landes, das Robert-Koch-Institut, als “hohes Risiko” einstuft.

Merkel räumte ein, dass sich die Fallzahlen in Deutschland “stabilisierten, aber zu langsam” seien, um die Aufhebung der Beschränkungen zu rechtfertigen. Deutschland bestätigte am Montag 10.824 Neuinfektionen, wobei die Zahlen in der Regel niedriger sind, da am Wochenende weniger Tests durchgeführt werden. Ein Höhepunkt wurde am Freitag mit 23.542 neu gemeldeten Fällen erreicht.

 

Was war das Ergebnis des Treffens?

Alle Personen, die als gefährdet eingestuft werden, haben einmal pro Woche Anspruch auf eine Atemschutzmaske, auch als FFP2 bekannt.

Merkel wollte strengere Regeln für Haushaltsversammlungen, aber die Gespräche führten zu Appellen an die Bürger, nach dem Druck der Staaten soziale Kontakte zu reduzieren.

 

Dazu gehören:

  • Völliger Verzicht auf private Feiern bis Weihnachten;
  • Verzicht auf öffentliche Verkehrsmittel;
  • Bei den ersten Anzeichen von erkältungsähnlichen Symptomen zu Hause bleiben.

 

Wie ist die Situation im Moment?

Deutschland hat in diesem Monat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die als “Lockdown Light” bezeichnet werden, um die zweite Welle der Pandemie einzudämmen. Während Bars und Restaurants geschlossen sind, bleiben Schulen und Geschäfte bisher geöffnet.

Infolgedessen nimmt die Zahl der Neuinfektionen nicht mehr exponentiell zu, aber ein Rückgang der Infektionszahlen sei noch nicht absehbar, hieß es in dem Dokument.

Nach Beginn der Pandemie wurden in Deutschland bis Ende Oktober 520.000 COVID-19-Fälle entdeckt, aber die Zahl stieg in den ersten beiden Novemberwochen um 50% auf 780.000 Fälle an. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der COVID-19-Intensivpflegepatienten in deutschen Krankenhäusern um 70%, was zu regionalen Engpässen führte.

Merkel warnte in ihrer Videoansprache am Samstag, dass “der vor uns liegende Winter allen noch viel abverlangen wird“.